Lienzer Klause

1508

Die Lienzer Klause besteht aus drei Teilen:

  • Klausenbau
  • Pulverturm und
  • Blockhaus

Der Klausenbau und Pulverturm sind im Bau spätmittelalterlich und das Blockhaus ist barocker Ausbau.

 

 


Geschichtlicher Verlauf

1241
Ersternennung der Befestigung im Zuge eines Grenzvertrages zwischen Bischof Egno von Brixen, Albert III von Tirol und Otto von Meranien.


1253
Sie wird als Markstein einer Grenzlinie genannt.
(Vertrag zwischen Graf Albert III von Tirol, Meinhard von Görz und Bischof Philipp von Salzburg).



1271
Teilung des Herrschaftsgebietes der Grafen von Görz:
Gebiet zwischen der Mühlbacher- und der Lienzer Klause=vordere Grafschaft Görz.
Die Klause verliert damit die strategische Bedeutung als görzerische Binnenfestung, spielt jedoch in Folge als verwaltungsrechliches Zentrum im gleichnamigen Gericht eine wesentliche Rolle.
Dieses Zentrum umfasste nachweislich seit dem 14. Jahrhundert die Orte Thal, Penzendorf, Dörfl und Schrottendorf sowie Burgfrieden.

Amtsssitz des Pflegers war die Klause, Hochgerichtsbarkeit Landesgericht Lienz. Die Bewohner des Gerichtsbezirkes waren zur Verteidigung der Lienzer Klause verpflichtet, dafür von Maut und Marktzwang befreit.


1501
Gebietsvereinigung Görz-Tirol
Die gesonderte Vergabe des Gerichts Lienzer Klause wurde auch danach noch von den Herren von Wolkenstein durchgeführt. Ab 1653 wurde es vom königlichen Damenstift in Hall verwaltet.



1660
Neue Bedeutung durch Einbeziehung in ein strategisches Konzept bei der drohenden Türkengefahr.


1663
Neue Pläne eines weitläufigen Befestigungsringes im Raum Lienz.Diese Pläne betrafen auch die Lienzer Klause und wurde 1665 teilweise von Christoph und Elias Gumpp ausgeführt und dadurch auch erweitert. Vor allem betraf es den südlichen Abschnitt und den Pulverturm.


1703
Große Zerstörung der Klause durch einen Brand, anschließend durch Johann Martin Gumpp umgebaut.


1796
Verlegung der Straße zur Drau. Dort wurde ein Wachturm sowie ein Mauthaus neu errichtet.


1782
Zur Auflassung bestimmt wurde die Klause 1788 versteigert.


1806
Aufhebung des Gerichtes Lienzer Klause und Einverleibung dem Landesgericht Lienz.


1809
Die letzte strategische Bedeutung der Klause war die Abwehr der napoleonischen Truppen.


1870
Das Mauthaus wurde im Zuge der Errichtung der Pustertaler Bahn an der Drau abgerissen.


Seit Beginn des 20. Jahrhunderts (1973)
werden Instandsetzung- und Sicherungsarbeiten durchgeführt.



2002
Einsturz der südlichen und westlichen Teile des Pulverturmes.


2003-2009
Aufräumungs- und Renovierungsarbeiten am Pulverturm.


2009
Eröffnung des geschichtlichen Themenweges zum Pulverturm.